SETI@HOME
SETI@home
Teil 2
„Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich!“
Dies sagt der Volksmund über Erfindungen, die sehr einfallsreich, unkonventionell und fortschrittlich sind. Solch eine geniale Entwicklung, auf die dieser Ausspruch voll und ganz zutrifft, ist das Computerprojekt SETI@home. Über ein Netzwerk von Millionen Privat-PCs begibt sich das SETI-Institut in Berkeley (USA) auf die Suche nach Kontaktsignalen von intelligenten Wesen in der Unendlichkeit des Universums. Besonders faszinierend ist eben, dass jeder PC-Besitzer, der das Programm installiert hat, das entscheidende Signal entdecken kann. (Vergleiche auch Teil 1!)
Damit es Ihnen nicht so geht wie den Laien aus der obigen Redewendung, geht es in diesem 2. Teil um die Oberfläche des Programms und was Sie darauf alles ablesen können. Es ist ungemein bemerkenswert, was man dort alles entdecken kann. Um das allerdings einigermaßen zu verstehen, ist es nötig zu wissen, wonach SETI@home eigentlich sucht.
Wonach suchen?
| David P. Anderson - Schöpfer von SETI@home |
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Jedes der etwa 350 KB großen Datenpakete, die von den einzelnen SETI@home-Clients analysiert werden, enthalten 107 Sekunden Weltraumrauschen. Das sogenannte Weltraumrauschen sind Radiowellen aus den unvorstellbaren Weiten des Kosmos. Die Quellen für diese langwelligen elektromagnetischen Wellen sind sehr verschieden. Da wären zum einen die natürlich entstehenden Radiowellen. Sie werden z. B. von Pulsaren (sehr weit entfernte kosmische Objekte) ausgesendet oder entstehen bei gewaltigen Sternenexplosionen (Supernova). Zum anderen gibt es noch die künstliche Radiostrahlung. Mit dieser hört der Mensch Radio, telefoniert via Handy oder bereitet sich Fertiggerichte in der Mikrowelle zu.
Wenn die Erdenbewohner mit Radiowellen kommunizieren, warum sollte es E.T. dann nicht auch? Deshalb fahndet das Programm von SETI@home nach Radiosignalen, die gleichmäßig bzw. pulsförmig von einer unendlich weit entfernten Quelle kommen. Solche im Weltraumrauschen enthaltende Signale stammen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einer unnatürlichen Quelle.
Doch das Spektrum der Radiowellen ist sehr groß. Als Radiowellen werden elektromagnetische Wellen bezeichnet, die eine Frequenz von etwa 10 bis 10 hoch 10 MHz haben. Darum musste man sich auf einen bestimmten Frequenzbereich beschränken. Man entschied sich für eine Frequenz von 1420 MHz. Von dieser nehmen die Wissenschaftler an, dass sie für die interstellare Kommunikation am geeignetsten ist.
Data Info
In der ersten Zeile erfährt man aus welchem Bereich des Himmels das aufgenommene Weltraumrauschen stammt. Um genau zu erfahren aus welchem Bereich des Nachthimmels Ihre Daten kommen, werfen Sie einen Blick auf die Sternenkarte.
Sie können auch ablesen, wann ihr Datenpaket aufgezeichnet wurde. Dies steht in der Zeile "Recorded on" (aufgezeichnet am), in folgender Reihenfolge: zuerst Wochentag, Monat und Tag, dann die Uhrzeit und schließlich das Jahr. Die Abkürzung GMT bezeichnet die Zeitzone nach der diese Angaben bestimmt wurden. GMT (Greenwich Mean Time) ist die Zeitzone beim Nullmeridian, also die Zeitzone in der auch London liegt. Mit dieser Zeit arbeiten alle Astronomen der Welt.
In der darunter liegenden Zeile ist das Teleskop angegeben, welches den Geräuschen des Universums "lauscht". Im Beispiel, wie auch in den meisten Fällen, ist die als Quelle (engl.: Source) das Arecibo Radioobservatorium.
In der letzten Zeile steht schließlich die genaue Frequenz der aufgezeichneten Radiowellen. Sie bewegt sich immer um etwa 1,42 GHz aus oben genannten Gründen. Unterhalb diese Abschnitt befindet sich nun der Bereich User Info.
User Info
Zu Deutsch: Benutzer Daten. Sie geben Auskunft über den Namen des SETI@home-Clients, die Anzahl der von ihm ausgewerteten Datenpakete (Data units completed) und die gesamte dazu benötigte Rechenzeit des PCs.
In diesen beiden Feldern passiert relativ wenig. Weitaus interessanter ist der Bereich Data Analysis. Aber dazu mehr im nächsten Teil.
Auch Sie können an diesem großartigen Projekt mitwirken. Alles was sie benötigen ist ein PC mit Internetzugang. Auf der Webseite setiathome.ssl.berkeley.edu/download.html können Sie sich das Programm SETI@home kostenlos herunterladen. Nähere Informationen zur Funktion des Programmes und zum Download von SETI@home erhalten Sie im Teil 1 dieser Serie.
Wie schon erwähnt, handelt der 3. Teil der SETI@home-Reihe weiter von der Oberfläche des Programms. Sie werden sehen, an welcher Stelle Sie die Analyseresultate ablesen können, die das Programm aus Ihrem Datenpakete gewonnen hat. Also, lesen Sie mehr im Teil 3
Falk Töppel
Der Artikel entstand auf Grundlage von Informationen auf der Webseite www.setiathome.ssl.berkeley.edu/home_german.htm.

Der Sternenhimmel - Wohnort der Aliens???
In dieser Sternenkarte erkennt man deutlich die Milchstraße (dargestellt als blauer Streifen) und einige Sternbilder, wie die des Winters: die Zwillinge (Gem), den Orion (Or) und den Stier (Tau). Oben sieht man Kassiopeia (Cas) und rechts Bootes (Boo).
Wohin schaute das Teleskop?
Wie auf der Erde orientiert man sich auch am Sternenhimmel mit einem Koordinatennetz. Es gibt auch einen Äquator und Nord- bzw. Südpol. Man bestimmt den Ort am Sternenhimmel über Rektaszension (in Stunden; 24 h entspricht 360 Grad) und Deklination in Grad (-90 Grad bis +90 Grad).
Da das Arecibo Radioteleskop, auf Grund seiner Größe, statisch ist, kann es nur auf einen einen begrenzten Teil des All gerichtet werden. Dieser Bereich wird durch den grauen Streifen dargestellt. Er befindet sich zwischen den Deklinationen -3 Grad und 35 Grad.
In dem Feld Data Info wird zuerst das Azimut in Stunden angegeben und dann die Höhe in Grad. Um den Ort zu finden, von dem das Weltraumrauschen in Ihrem Datenpaket stammt, verfahren Sie wie bei einer Atlaskarte. Suchen Sie sich beide Angaben in der Karte und schauen Sie wo sich beide Linie schneiden. Dort wo sich die beiden Zeigefinger auf dem Bildschirm getroffen haben, lauschte das Radioobservatorium! zurück